Abhängigkeiten verringern und Energiekosten senken: Photovoltaik kann einen entscheidenden Beitrag leisten

Wann lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage?
Die Nutzung von erneuerbaren Energien ist für Unternehmen in der heutigen Zeit immer wichtiger geworden. Eine Photovoltaikanlage bietet Gewerbe und Industrie in der Schweiz viele Vorteile. In diesem Artikel möchten wir Ihnen diese Vorteile im Detail vorstellen.
Energiekosten senken
Zunächst einmal können Unternehmen durch den Einsatz von Photovoltaikanlagen ihre Energiekosten erheblich reduzieren. Durch die Erzeugung von eigenem Strom aus erneuerbaren Energien wird der Bedarf an Netzstrom reduziert, was zu Einsparungen bei den Energiekosten führt. Insbesondere für energieintensive Unternehmen wie die Industrie kann dies eine erhebliche finanzielle Entlastung bedeuten.
Co2-Emissionen
Darüber hinaus trägt die Installation einer Photovoltaikanlage auch zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei. Da der erzeugte Strom aus erneuerbaren Energien stammt, können Unternehmen ihre CO2-Bilanz verbessern und damit einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. In der heutigen Zeit, in der die Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, kann dies ein wichtiger Faktor für die Reputation eines Unternehmens sein.
Einspeisung ins öffentliche Netz
Ein weiterer Vorteil einer Photovoltaikanlage für Unternehmen ist die Möglichkeit, die erzeugte Energie ins öffentliche Netz einzuspeisen. Durch die Einspeisung von überschüssigem Strom können Unternehmen zusätzliche Einnahmen erzielen und somit den wirtschaftlichen Nutzen der Photovoltaikanlage weiter steigern. In der Schweiz gibt es zudem verschiedene Förderprogramme, die Unternehmen bei der Installation einer Photovoltaikanlage unterstützen und ihnen zusätzliche finanzielle Vorteile bieten.
Unabhängigkeit
Neben den finanziellen Vorteilen bietet eine Photovoltaikanlage auch die Möglichkeit, die Energieversorgung unabhängiger von externen Faktoren zu gestalten. Insbesondere bei Unternehmen, die auf eine zuverlässige Stromversorgung angewiesen sind, kann dies von Vorteil sein. Durch den Einsatz von Batteriespeichern kann zudem eine Notstromversorgung gewährleistet werden, was im Falle eines Stromausfalls eine wichtige Rolle spielen kann.
Für welche Betriebe eignen sich Grossanlagen?
Grossanlagen ab 100 kW lohnen sich für Industrie-, Logistik- und Produktionsbetriebe mit grossen Dächern und hohem Tagesverbrauch. Ab 100 kW gilt eine Anlage als grosse Photovoltaikanlage und erhält die grosse Einmalvergütung (GREIV). Auf Flachdächern braucht 1 kW rund 7–10 m² Dachfläche, 100 kW also 700–1’000 m².
Mit der Grösse sinkt der Preis pro Kilowatt deutlich. Die Preisstudie des Bundes zeigt für Aufdachanlagen 2025 diese Mediane, ohne MWST und vor Förderung:
| Leistung | Median pro kW | Mittlere Hälfte der Anlagen |
|---|---|---|
| 30–100 kW | CHF 1’428 | CHF 1’125–1’751 |
| 100–300 kW | CHF 1’102 | CHF 907–1’597 |
| 300–1’000 kW | CHF 800 | CHF 705–1’010 |
| über 1’000 kW | CHF 660 | CHF 602–772 |
Betriebe ab 100 MWh Jahresverbrauch dürfen ihren Strom am freien Markt kaufen. Für sie zählt der eigene Strompreis, nicht der Tarif der Grundversorgung. Eine Übersicht für alle Betriebsgrössen finden Sie unter Photovoltaik für Unternehmen.
Was müssen Hallendächer für eine Solaranlage erfüllen?
Ein Hallendach muss die Zusatzlast tragen, noch lange genug halten und den Brandschutz einhalten. Diese drei Punkte klärt ein Fachbetrieb vor der Offerte.
- Statik: Leichte Hallendächer haben oft wenig Tragreserve. Ein Bauingenieur prüft Schnee- und Windlasten mit der Anlage. Auf Flachdächern hält meist Ballast die Anlage, was zusätzliches Gewicht bringt.
- Restlebensdauer: Eine Photovoltaikanlage hält 25–35 Jahre. Steht in dieser Zeit eine Dachsanierung an, sanieren Sie besser vorher.
- Ost-West-Aufständerung: Flache, gegeneinander geneigte Modulreihen brauchen kaum Abstand. So passt mehr Leistung aufs Dach, und die Produktion verteilt sich besser über den Tag.
- Brandschutz: Massgebend ist das Brandschutzmerkblatt Solaranlagen der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF). Die Anlage darf Rauch- und Wärmeabzüge nicht beeinträchtigen und muss Abstände zu Brandmauern einhalten.
- Asbest: Bei Dächern, die vor 1990 erstellt wurden, ist mit Asbest zu rechnen, besonders bei Wellplatten aus Faserzement. Die Suva empfiehlt, solche Dächer vor der Montage vollständig zu ersetzen.
Netzanschluss und Transformator: Was ist früh zu klären?
Klären Sie den Netzanschluss vor der Offerte. Er entscheidet, wie gross die Anlage werden darf und was der Anschluss kostet. Reicht die Leistung des Anschlusses oder des Transformators nicht, braucht es eine Netzverstärkung.
Die Abnahme- und Vergütungspflicht gilt für Anlagen mit höchstens 3 MW Leistung oder einer jährlichen Nettoproduktion nach Abzug des Eigenverbrauchs von höchstens 5’000 MWh. Eine Anlage über 3 MW fällt daher nicht automatisch aus der Pflicht. Seit 2026 kann der Netzbetreiber unter den gesetzlichen Voraussetzungen bis zu 3 % der jährlich erzeugten Energie am Anschlusspunkt ohne Vergütung abregeln.
Wie viel Solarstrom kann der Betrieb selbst nutzen?
Das zeigt der Lastgang Ihres Betriebs, also der Verbrauch in Viertelstunden über ein Jahr. Legen Sie ihn neben die erwartete Produktion. So sehen Sie, wie viel Solarstrom Sie direkt nutzen und wie viel Sie einspeisen.
Der Eigenverbrauch ist der wichtigste Hebel. Bei Anlagen mit Eigenverbrauch gibt es für die Leistung ab 30 kW keine Minimalvergütung. Überschuss wird ohne eigene Vereinbarung zum Referenz-Marktpreis vergütet. Dieser lag für Solarstrom in den ersten drei Quartalen 2026 zwischen 3,9 und 10,3 Rp./kWh.
Kühlung, Druckluft, Lüftung und Ladestationen für Firmenfahrzeuge können Sie oft in die Mittagsstunden verschieben. Eine Steuerung, die das automatisch tut, erhöht den Eigenverbrauch ohne Batteriespeicher.
Welche Förderung gibt es für Anlagen ab 100 kW?
Anlagen mit Eigenverbrauch ab 100 kW erhalten die GREIV über Pronovo. Der Beitrag wird anteilig über die Leistungsklassen berechnet. Für angebaute Anlagen mit Inbetriebnahme ab 01.04.2025 gilt:
| Anlage | Berechnung | Einmalvergütung |
|---|---|---|
| 150 kW | 30 × CHF 360 + 70 × CHF 300 + 50 × CHF 250 | CHF 44’300 |
| 300 kW | 30 × CHF 360 + 70 × CHF 300 + 200 × CHF 250 | CHF 81’800 |
| 1’000 kW | 30 × CHF 360 + 70 × CHF 300 + 900 × CHF 250 | CHF 256’800 |
Das Gesuch können Sie vor dem Bau stellen. Pronovo sichert die Vergütung dann dem Grundsatz nach zu. Danach muss die Anlage in der Regel innert 12 Monaten in Betrieb gehen. Die Inbetriebnahme melden Sie innert 3 Monaten.
Boni gibt es für steile Anlagen ab 75 Grad Neigung, etwa an Fassaden (CHF 200 pro kW, integriert CHF 400). Grosse Anlagen über bisher unüberdachten Parkplätzen erhalten CHF 250 pro kW. Grosse Anlagen, die seit 01.01.2026 in Betrieb sind und im Winterhalbjahr mehr als 500 kWh pro kW erzeugen, können einen Winterstrombonus erhalten. Anlagen ohne Eigenverbrauch ab 150 kW bewerben sich in Auktionen um ihre Einmalvergütung. Details zu Gesuch und Boni lesen Sie unter Einmalvergütung für grosse Photovoltaikanlagen (GREIV).
Rechenbeispiel: Logistikhalle mit 300 kWp
Annahmen:
- Flachdach mit rund 3’000 m², Ost-West-Anlage mit 300 kWp
- Stromverbrauch 600’000 kWh pro Jahr, Eigenverbrauch 70 %
- Ertrag 950 kWh pro kWp und Jahr
- Vermiedener variabler Netzbezug 23,7 Rp./kWh und Überschussvergütung 7 Rp./kWh, beides eigene Rechenannahmen; feste Tarifbestandteile nicht als Einsparung angesetzt
- Investition nach Median 2025 (CHF 1’100 pro kW), Betrieb und Unterhalt 2 Rp./kWh; Wechselrichterersatz nicht enthalten
- Nutzungsdauer 25 Jahre, Zins 3 %
| Position | Betrag |
|---|---|
| Investition (exkl. MWST) | CHF 330’000 |
| Einmalvergütung (GREIV) | CHF 81’800 |
| Investition nach Förderung | CHF 248’200 |
| Solarstrom pro Jahr | 285’000 kWh |
| Eingesparter Netzstrom (199’500 kWh × 23,7 Rp.) | CHF 47’280 pro Jahr |
| Vergütung für Überschuss (85’500 kWh × 7 Rp.) | CHF 5’985 pro Jahr |
| Betrieb und Unterhalt | − CHF 5’700 pro Jahr |
| Nutzen pro Jahr | rund CHF 47’570 |
| Amortisation mit Förderung | rund 5,2 Jahre |
| Gestehungskosten des Solarstroms | rund 7,0 Rp./kWh |
Kauft der Betrieb seinen Strom am freien Markt günstiger ein, verlängert sich die Amortisation. Sinkt der Eigenverbrauch auf 50 %, beträgt der Nutzen noch rund CHF 38’050 pro Jahr. Ohne eigenes Kapital ist Solar-Contracting oder die Dachmiete eine Alternative.
Wie läuft ein Projekt ab und wie lange dauert es?
Ein typisches Projekt dauert von der Idee bis zur ersten Kilowattstunde rund 9 Monate. Bei Netzverstärkungen, Dachsanierungen oder Auktionen kann es länger dauern.
| Schritt | Was Sie tun | Frist oder Dauer |
|---|---|---|
| 1. Grundlagen | Lastgang, Dachpläne, Statik, Asbestabklärung | vor der Offerte |
| 2. Netz | Anschlussgesuch beim Netzbetreiber | vor der Offerte |
| 3. Offerten | bis zu 3 Offerten vergleichen | vor dem Entscheid |
| 4. Förderung | GREIV-Gesuch, danach Zusicherung dem Grundsatz nach | Inbetriebnahme innert 12 Monaten |
| 5. Meldung | Dachanlage bei der Baubehörde melden | vor Baubeginn |
| 6. Inbetriebnahme | Abnahme, Meldung an Pronovo | innert 3 Monaten nach Inbetriebnahme |
Fazit
Abschliessend kann gesagt werden, dass eine Photovoltaikanlage für Gewerbe und Industrie in der Schweiz viele Vorteile bietet. Von der Reduzierung der Energiekosten über die Verbesserung der CO2-Bilanz bis hin zur Möglichkeit, zusätzliche Einnahmen zu erzielen und die Energieversorgung unabhängiger zu gestalten, können Unternehmen von einer Photovoltaikanlage profitieren. Wenn Sie als Unternehmen über den Einsatz einer Photovoltaikanlage nachdenken, sollten Sie sich von einem Fachmann beraten lassen und die verschiedenen Möglichkeiten und Förderprogramme in Betracht ziehen.
Mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, zeigt der Artikel Was eine Solaranlage für Ihr Unternehmen kostet.
Häufige Fragen und Antworten
Wie viel Dachfläche braucht eine Anlage mit 1 MW?
Auf einem Flachdach rund 7’000–10’000 m². Der genaue Wert hängt von Modulen, Aufständerung, Randabständen und Wartungswegen ab. Auf geneigten Dächern reicht weniger Fläche, weil die Module ohne Reihenabstand liegen.
Muss das Dach vor der Montage saniert werden?
Nicht immer, aber das Dach sollte so lange halten wie die Anlage, also 25–35 Jahre. Steht eine Sanierung in dieser Zeit an, ist sie vorher günstiger. Bei Faserzementdächern, die vor 1990 erstellt wurden, empfiehlt die Suva den vollständigen Ersatz vor der Montage.
Lohnt sich eine Anlage ohne Eigenverbrauch?
Sie kann sich lohnen, ist aber knapper gerechnet. Ohne Eigenverbrauch erhalten Anlagen unter 150 kW die HEIV von CHF 450 pro kW. Ab 150 kW wird die Einmalvergütung in Auktionen bestimmt. Die Minimalvergütung von 6,2 Rp./kWh gilt für Anlagen ohne Eigenverbrauch ab 30 bis unter 150 kW, nicht für grössere Anlagen. Ohne eigenes Kapital ist die Dachmiete eine Alternative.
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