Das Wichtigste in Kürze
Für die Förderung im Kanton Bern sind 2026 vor allem diese Punkte wichtig:
- Standard-PV wird im Kanton Bern in erster Linie über Pronovo gefördert.
- Das kantonale Förderprogramm ist bei PV-nahen Themen eher über Anlagen, Solarthermie oder Ladeinfrastruktur zu prüfen.
- In der Stadt Bern bestehen ewb-Förderprogramme für PV und Batteriespeicher.
- BKW, ewb, Energie Thun und lokale Werke bestimmen Rücklieferung und HKN.
- Steuerlich sind bestehende Gebäude, Neubauten und Förderbeiträge sauber zu trennen.
Die konkrete Förderung hängt immer von Adresse, Anlage, Gebäudezustand, Netzbetreiber und Fristen des jeweiligen Programms ab.
- Stand 11.07.2026
- Quelle: Ratgeber «Förderungen für Solaranlagen 2026 im Kanton Bern»
Förderung 2026 im Kanton Bern
Bundesförderung 2026 im Überblick
Für Photovoltaikanlagen gibt es schweizweit Einmalvergütungen über Pronovo. Die wichtigsten Instrumente sind:
- KLEIV - Einmalvergütung für Anlagen mit weniger als 100 kW Leistung.
- GREIV - Einmalvergütung für Anlagen ab 100 kW.
- HEIV - hohe Einmalvergütung für Anlagen ohne Eigenverbrauch von 2 kW bis 149,99 kW.
- Auktionen und weitere Instrumente - bei grösseren Anlagen ohne Eigenverbrauch kommen je nach Projekt Auktionen, die gleitende Marktprämie oder weitere Förderinstrumente in Frage.
- Zusatzboni - je nach Anlage können etwa Winterstrom-, Neigungswinkel- oder Parkflächenboni relevant sein.
Die Fristen sind nicht bei allen Instrumenten gleich. Die KLEIV wird in der Regel nach der Inbetriebnahme beantragt. Bei GREIV, HEIV, Auktionen sowie kantonalen oder kommunalen Programmen können andere Fristen gelten; sie sollten vor Bestellung bzw. Baubeginn geprüft werden.
Kantonale Förderung im Kanton Bern
Im Kanton Bern ist für Standard-Photovoltaikanlagen in der Regel Pronovo der wichtigste Förderkanal. Das kantonale Energieprogramm weist PV-nahe Förderthemen aus, aber keine pauschale kantonale Standard-PV-Förderung für jede Anlage.
In der Stadt Bern sind dagegen die Programme von Energie Wasser Bern wichtig. Dort können PV-Anlagen und Batteriespeicher zusätzliche Beiträge erhalten, sofern die Bedingungen des lokalen Programms erfüllt sind.
In ländlichen Gemeinden, bei Landwirtschaftsdächern und im Berner Oberland sind Gemeinden, lokale Energieversorger, Netzanschluss und bei grossen Anlagen auch Pronovo-Auktionen bzw. weitere Bundesinstrumente separat zu prüfen.
Städtische und kommunale Förderungen
Stadt Bern / Energie Wasser Bern (ewb)
Energie Wasser Bern und der Ökofonds für erneuerbare Energien unterstützen Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer in der Stadt Bern beim Bau von Photovoltaikanlagen mit einem einmaligen Beitrag pro installiertem Kilowattpeak. Zusätzlich bietet ewb kostenlose Erstberatungen. Die Stadt Bern hat sich zum Ziel gesetzt, die PV-Stromproduktion bis 2035 deutlich zu steigern.
Weitere Gemeinden
Viele Berner Gemeinden – von Münsingen und Belp über Thun bis in einzelne Oberländer und Emmentaler Gemeinden – bieten eigene Programme. Höhe und Bedingungen unterscheiden sich stark. Neben Bund und Kanton können auch Gemeinden, Städte oder Energieversorger eigene Förderprogramme anbieten. Deshalb sollte die Förderung immer anhand der konkreten Adresse geprüft werden – am einfachsten über Energiefranken.ch.
Alle Details: Förderungen für Solaranlagen 2026 im Kanton Bern
Rücklieferung, Steuern und Bewilligung
Steuerliche Hinweise im Kanton Bern
Die Berner TaxInfo behandelt Investitionen, die dem Energiesparen und Umweltschutz dienen, als steuerlich relevantes Thema. Bei bestehenden Gebäuden können PV-Kosten grundsätzlich abzugsfähig sein; Förderbeiträge reduzieren die abziehbaren Kosten. Bei Neubauten und wertvermehrenden Anteilen ist die Abgrenzung wichtig. Eine schweizweit einheitliche 10-kWp-Steuerfreigrenze gibt es nicht.
Wichtig: Einspeisevergütungen, Eigenverbrauch und Förderbeiträge werden je nach kantonaler Steuerpraxis unterschiedlich behandelt. Deshalb sollten grössere Anlagen, Neubauten und Spezialfälle vorab mit Steuerverwaltung oder Treuhandstelle abgeklärt werden.
Einspeisevergütung und Rückliefertarife im Kanton Bern
Rückliefertarife sind nicht kantonal einheitlich; entscheidend ist der konkrete Netzbetreiber. Seit 2026 gilt bei fehlender Einigung zwischen Netzbetreiber und Anlagenbetreiber der vierteljährlich berechnete Referenzmarktpreis des Bundes. Für Photovoltaikanlagen unter 150 kW bestehen Mindestvergütungen; bei Anlagen bis 30 kW beträgt diese 6 Rp./kWh. Herkunftsnachweise, lokale Ökostrommodelle und spezifische Netzbetreibertarife sind separat zu prüfen. Details auf der Seite Einspeisevergütung Schweiz.
Wirtschaftlich bleibt der Eigenverbrauch zentral. Bei Mehrfamilienhäusern, Arealen und gemischt genutzten Gebäuden sollten ZEV, vZEV und ab 2026 lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) geprüft werden. Eine LEG ist keine automatische Renditegarantie, sondern eine neue Option, die technisch, rechtlich und wirtschaftlich zum Projekt passen muss.
Bewilligung und Versicherung im Kanton Bern
Viele angepasste Dachanlagen sind meldepflichtig. Bei geschützten Ortsbildern, Landwirtschaftszonen, alpinen Anlagen, Fassadenanlagen oder Naturgefahrenzonen können im Kanton Bern zusätzliche Vorgaben gelten. Die Gebäudeversicherung Bern sollte bei wertvermehrenden PV-Installationen und Deckungsfragen berücksichtigt werden.
Im Kanton Bern ist die Gebäudeversicherung Bern GVB für die Gebäudeversicherung relevant. Eigentümer sollten klären, ob die PV-Anlage, eine Dachsanierung und ein allfälliger Speicher in Versicherungssumme und Deckung korrekt berücksichtigt sind.
Für wen lohnt sich Photovoltaik im Kanton Bern besonders?
Typische Situationen lassen sich für diesen Kanton so einordnen:
| Situation | Einschätzung |
|---|---|
| EFH im Mittelland mit gutem Dach | Meist prüfenswert |
| Landwirtschaftsbetrieb mit grossem Dach | Sehr interessant, ggf. GREIV und ZEV |
| Wärmepumpe oder geplanter Heizungsersatz | Eigenverbrauch stark aufwertend |
| E-Auto vorhanden oder geplant | Ladezeiten wichtig, EMS lohnt sich |
| Mehrfamilienhaus | ZEV/vZEV/LEG prüfen |
| Standort im Berner Oberland / alpine Lage | Winterertrag beachten, ggf. Winterstrombonus bei grossen Anlagen |
| Gebäude in Ortsbild- oder Schutzzonen | Baubewilligung individuell klären |
Ausschlaggebend bleibt, wie gut Dachfläche, Eigenverbrauch, Förderbeiträge und Rückliefertarif zusammenspielen.
Was kostet eine Solaranlage?
Drei Beispielanlagen mit Richtwerten aus realen Schweizer Offerten. Ihren genauen Preis sehen Sie in der Offerte.
-
Kleines Einfamilienhaus
5 kWp · rund 25–30 m² Modulfläche
ab CHF 11’200
nach Abzug von rund CHF 1’800 Einmalvergütung des Bundes
Je nach Ort weitere Förderungen von Kanton oder Gemeinde
Preis abhängig von Komponentenauswahl
Kleine Dachfläche, tiefer Verbrauch, ohne Wärmepumpe und E-Auto.
Offerten vergleichen -
Typisches Einfamilienhaus
10 kWp · rund 50–60 m² Modulfläche
ab CHF 18’400
nach Abzug von rund CHF 3’600 Einmalvergütung des Bundes
Je nach Ort weitere Förderungen von Kanton oder Gemeinde
Preis abhängig von Komponentenauswahl
4-Personen-Haushalt, Wärmepumpe oder E-Auto möglich.
Offerten vergleichen -
Grosses Einfamilienhaus, kleines Mehrfamilienhaus
20 kWp · rund 100–120 m² Modulfläche
ab CHF 28’800
nach Abzug von rund CHF 7’200 Einmalvergütung des Bundes
Je nach Ort weitere Förderungen von Kanton oder Gemeinde
Preis abhängig von Komponentenauswahl
Grosses Dach, Mehrfamilienhaus, ZEV oder starker Eigenverbrauch.
Offerten vergleichen
Richtwerte für eine schlüsselfertige Aufdachanlage ohne Batteriespeicher.
- Stand 11.07.2026
- Quelle: Ratgeber «Photovoltaik Kosten pro m²», Fachbetriebe im Partnernetzwerk von solar-guide.ch
Häufige Fragen
Welche Solaranlagen-Förderung gibt es 2026 im Kanton Bern?
Bundesweit die Einmalvergütung über Pronovo (KLEIV/GREIV/HEIV) und ab 2026 der Winterstrombonus für grössere Anlagen. Kantonal ein umfangreiches Förderprogramm Energie mit Fokus auf Gebäudesanierung, Heizungsersatz und Beratung. In der Stadt Bern zusätzlich ein ewb-Beitrag für Photovoltaik.
Gibt es zusätzlich zur Pronovo-Förderung kantonale Beiträge?
Der Hauptbeitrag für Standard-PV kommt über die Einmalvergütung. Das kantonale Förderprogramm fokussiert auf Gebäudehülle, Heizungsersatz und Solarthermie; PV-Direktbeiträge sind nicht flächendeckend, in Programmphasen aber möglich. Aktueller Stand: weu.be.ch.
Werden Batteriespeicher im Kanton Bern gefördert?
Für Batteriespeicher gibt es 2026 keine flächendeckende kantonale Förderung. Einzelne Gemeinden oder Energieversorger können Beiträge leisten – Prüfung über Energiefranken.
Gibt es Gemeindebeiträge für Photovoltaik?
In vielen Berner Gemeinden ja, mit sehr unterschiedlichen Sätzen. Höhe und Fristen ändern sich; Übersicht auf Energiefranken.
Kann ich eine Solaranlage steuerlich abziehen?
Ja. Bei bestehenden Gebäuden voll als Liegenschaftsunterhalt; seit 2024 gilt das auch für Neubauten. Erhaltene Fördergelder werden von der abziehbaren Summe abgerechnet. Nicht in einem Jahr genutzte Beträge können auf Folgejahre übertragen werden.
Wer hilft beim Förderantrag?
Ihr Fachbetrieb übernimmt die Anmeldung bei Pronovo in der Regel für Sie. Kantonale und kommunale Gesuche sollten Sie oder Ihr Betrieb rechtzeitig – vor Baubeginn – einreichen.